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Arbeit verboten ...



Wenn früher gegen 18 Uhr die Abendglocken erklangen, sollten die Menschen ihre Arbeit einstellen und ihr Abendgebet sprechen. Wer gegen diese Regel verstieß, konnte laut Volksglauben bestraft und von den Geistern gepiesackt werden. Man erzählte sich auch Geschichten von Nachtarbeitern, die vom Teufel Besuch bekamen oder andere unheimliche Erscheinungen hatten. Speziell die Feierabende vor Sonn- und Feiertagen durften nicht durch Arbeit entweiht werden, ein Verstoß konnte laut Aberglauben Unglück, Unwetter oder sogar den Tod zur Folge haben. Mitunter sollten Frevler auch nach dem Ableben keine Ruhe finden. So erzählt eine Sage aus Aschaffenburg, dort habe man in einem Weinkeller den verstorbenen Küfer jede Weihnachtsnacht hämmern hören, weil er sich zu Lebzeiten einmal zum Arbeiten hätte hinreißen lassen. Als besonders gefährlich galten Spinnarbeiten an heiligen Abenden beziehungsweise in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag.

Arbeitsverbote galten auch an den Feiertagen selbst. Es hieß, wer dann schuftete, der müsse dies nach dem Tod fortführen. Sagen berichteten auch, dass diese Menschen samt ihrem Besitz von der Erde verschlungen wurden. Als besonders problematisch galten - gerade an Weihnachten, Ostern und Pfingsten - Tätigkeiten, die Lärm verursachten. Wer dennoch beispielsweise Holz bauen wollte, riskierte, dass Ungeziefer die ganze Gegend befiel, in der der Krach zu hören war. Und wer seine Stiefel schmierte, der sollte angeblich Läuse bekommen.

Apropos Feiertage. Vor diesen putzen abergläubische Menschen immer frühzeitig ihre Fenster. Es hieß, sonst komme schlechtes Wetter oder die Fenster würden eingeschlagen. Wer an Feiertagen allzu üppig aß, der sollte mit Geistererscheinugen bestraft werden. Und wenn ein Grab über einen Sonn- oder Feiertag offen blieb, folgte innerhalb einer Woche der nächste Todesfall. Aber auch das ist glückerlicherweise nur Aberglaube.

Laut diesem waren die Geister der Toten übrigens an und vor den großen Festtagen besonders aktiv. Bei den Bergleuten hieß es vor Feiertagen geschähen oft Unglücke. Allerdings galten diese Zeiten auch als gut geeignet für magische Handlungen zum Schutz von Mensch, Haus und Vieh.

Nickname 30.12.2008, 11.03

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