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Ein Fall von Vorsehung ...
Wenn Menschen aus Unachtsamkeit einen Gegenstand fallen ließen, wurde das früher von abergläubischen Zeitgenossen gern als gutes Vorzeichen gedeutet. Plumpste beispielsweise ein spitzes Objekt wie eine Gabel, ein Messer oder eine Schere zu Boden und blieb mit der Spitze im Boden stecken, kündigte sich dadurch angeblich Besuch an. Zuweilen sollte die Art des Gegenstandes sogar etwas über den Charakter oder Beruf des Gastes in spe verraten können. So stellte ein großer Löffel, der zu Boden fiel, ein Großmaul in Aussicht, ein hinabkullerndes Buttermesser hingegen einen Pfarrer.
Fiel jedoch ein Stück Brot in die Tasse, konnte dies wahlweise Besuch, Glück oder Neuigkeiten ankündigen. Plumpste ein Butterbrot auf die bestrichene Seite oder kippte eine Harke so um, dass ihre Zähne nach oben zeigten, stand laut Volksglauben ein großer, fruchtbarer Regen bevor. Eine auf den Boden fallende Schuhbürste stand für baldige Heirat. Allerdings durften Brautleute auf dem Weg zur Kirche und während der Trauung keinesfalls ihre Ringe fallen lassen - sonst würden sie schon bald durch den Tod getrennt, erzählte man sich.
Überhaupt wurde das Fallenlassen von Gegenständen nicht immer positiv gedeutet. Es hieß auch, dadurch trete man mit den Geistern, der Unterwelt, in Kontakt. So rieten abergläubische Menschen, das, was auf den Boden gefallen war, solle man lieber liegen lassen, da es nun den Geistwesen gehöre.
Wenn Gegenstände nicht aus Unachtsamkeit fallen gelassen wurden, sondern sich (scheinbar) ohne Grund bewegten, wurde das meist als Hinweis auf ein bevorstehendes Unglück verstanden. Fiel beispielsweise das Bild eines Menschen von der Wand, hieß es, dem Dargestellten drohe eine Krankheit. Und auch wenn eine Person stürzte, wurde das gerne als Vorzeichen gesehen. Wer beispielsweise beim Treppensteigen ins Stolpern kam, durfte das als gutes Omen ausdeuten. Umgekehrt galt es nicht nur als schmerzhaft, sondern auch unheilkündend, eine Treppe hinunterzufallen. Und ein Sturz im Traum kündigte im Volksmund eine bevorstehende Sünde an ...
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Emmy








Starke Überlieferungen, ich kenne auch einen Teil davon. :)
vom 19.08.2008, 17.39
Mir ist das noch gut mit den Messern und Scheren in Erinnerung geblieben - als Kind fällt einem ja viel hin - und dann kamen immer die SPrüche meiner Oma ... damals hab ich gelacht - aber demzufolge hatte es ja eine Bewandnis ... :-)
LG an Dich Chatty