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Ausgewählter Beitrag
Hoch-Zeit der Rituale ...
Eine Hochzeit galt früher nicht nur als Verbindung zweier Personen, sondern als Zusammenführen zweier Familien und Lebenskreise inklusive der jeweiligen Ahnen. Der Anfang des neuen, wichtigen Lebensabschnitts wurde mit einem großen Fest und vielen Ritualen gefeiert, die sich teilweise bis heute erhalten haben. Sie sollten dem künftigen Ehe- und Familienleben Wohlstand, Zufriedenheit und Kindersegen bringen.
Der Volksglauben wollte es, dass bei der Vermählung sämtliche Verwandten anwesend - und möglichst auch wohlwollend gestimmt -waren. Auch ein prächtiges Gastmahl inklusive Hochzeitsbrot und -suppe sollte der Ehe Glück bringen. Zank, Missgeschicke, Vergesslichkeiten oder Unfälle während der Feier konnten den Frieden des künftigen Ehelebens angeblich bedrohen und Unglück bringen. Auf keinen Fall durfte der Trauring zu Boden fallen, der Brautkranz wanken oder der Hochzeitswagen am Hoftor anstoßen. Auch ein beschmutzter Hochzeitsschleier oder kaputte -schuhe verhießen laut Volksglauben nichts Gutes für die Zukunft. Positiv hingegen stimmte ein gelungener Hochzeitskuchen. Er galt als gutes Zeichen für eine gleichfalls gelingende Ehe. Flatterten Tauben oder Schwalben während des Festessens um das Haus, wurden auch sie als Glücksboten gedeutet.
Zwar war es üblich, am Hochzeitstag die Gräber von Angehörigen zu besuchen und so die Ahnen beider Familien zu ehren. Aber man achtete auch sehr darauf, dass der Hochzeitszug keinem Leichenzug begegnete, weil das sonst Unglück für die Ehe bedeutete. Es hieß, wenn bei einer Hochzeit ein Stuhl leer bliebe, setze sich der Tod darauf und nehme schon bald einen der frisch Vermählten mit sich.
Die Wetterlage hatte angeblich ebenfalls Einfluss auf den Lauf der Ehe. So verheißt heiterer Himmel heitere Tage und Regen einen trüben Ehehimmel - je nach Auslegung kann Niederschlag aber auch Wohlstand und Fruchtbarkeit bedeuten. Nebel stand für Mühsal, Sturm für viel Streit in der Ehe - oder aber für viele Kinder. Um das Wetter günstig zu beeinflussen, sollte die Braut die Katzen gut füttern und sich davor hüten, in der Küche den Quirl abzulecken.
Eine beliebte und angeblich Glück verheißende Zeit zum Heiraten war übrigens gerade nicht der "sinnliche" Mai, sondern die Zeit vor Karneval.
KStAn - ela
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Emmy








Heiraten ist ein Wirtschaftszweig für sich.
:bekloppt:
vom 19.03.2009, 16.12