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Honig - im Wandel der Zeit ...



Heute weiß die Medizin um die desinfizierende, antibakterielle Wirkung von Honig. Doch bereits die alten Ägypter bestrichen Verbände mit Honig und Fett und versuchten auch sonst, den Patienten mit der süßen Masse zu stärken. Neben der in vielen Kulturen verbreiteten Bedeutung als Heilmittel war Honig für die Menschen auch als Nahrung und Süßstoff wichtig - vor allem in Zeiten, in denen Zucker noch nicht verbreitet war. Und schließlich war er auch in der Mythologie ein Thema. So galt Honig bei den alten Griechen als eine Speise der Götter, auch Seher und Dichter durften sich an Honig laben. Die Römer hielten ihn indes für Himmelstau - und für ein gutes Aphrodisiakum. In der indischen Mythologie gibt es die Vorstellung, dass die Götter der Morgenröte beim Anspannen ihres Wagens die Erde mit Butter und Honig besprengen. Zusammen mit Milch soll dieser im gelobten Land fließen - so wurde es, wie die Bibel erzählt, dem Volk Israel bei seinem Auszug aus Ägypten versprochen.

Früher brachten beispielsweise römische Bauern und Hirten den Göttern Honig oder Waben als Opfer dar, um damit um fruchtbare Äcker und gesunde Herden zu bitten. In jüngerer Zeit sollen die schlesischen Bäuerinnen vor der Flachsernte süße Klöße für die Mägde zubereitet haben, damit der Flachs gut gedieh. Ein Honigbrot an Heiligabend in den Brunnen geworfen, konnte laut Volksglauben das Wasser vor Fäulnis schützen.

Auch als Festtagsspeise war Honig beliebt. Er schützte vor Dämonen und bewahrte die Gesundheit. In einigen Regionen wurden an Gründonnerstag Hirse und Honigschnitten verzehrt. So sollte man das ganze Jahr viel Geld zur Verfügung haben. Honig, an Gründonnerstag zwischen die Finger geschmiert, konnte vermeintlich vor Krätze bewahren. Wer den Aufstrich lieber auf einer Semmel platzierte, blieb laut Volksglauben nicht dumm. Und schließlich konnte ein Honigbrot angeblich vor Hundebissen und Angriffen giftiger Tiere schützen.

Darüber hinaus versuchten geistergläubige Menschen mit Honig die Toten zu beschwören. Auch Zwerge, Kobolde und Hausgeister sollten sich mit dem süßen Zeug günstig stimmen lassen. Deshalb brachten ihnen die Menschen im Bergischen Land einst Brei und Honigschnitten dar.

Beim Verschenken von Honig galt es indes vorsichtig vorzugehen. So war es mancherorts verboten, Schwerkranken Honig zu geben. Es hieß, davon könnten die Bienen sterben. Einige Regeln klingen auch widersprüchlich: Mal hieß es, wer Honig verschenke, dem würden die Schwärme durchgehen. Und mal riet man Imkern ganz im Gegenteil, von ihrer Honigernte viel zu verschenken und auch den Armen etwas davon abzugeben. Dann würden die Bienen im kommenden Jahr umso mehr von dem begehrten süßen Stoff produzieren.

Nickname 26.03.2009, 17.37

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