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Ausgewählter Beitrag
Ist man, was man isst?
Die lebenswichtige Kraft spendende Handlung des Essens war einst mit vielen magischen Vorstellungen verbunden. Speziell beim Verspeisen von Fleisch gab es den (Aber-)Glauben, dass die Kräfte oder Eigenschaften des Tieres auf den Essenden übergehen. Nach dem Motto "Was man isst, das ist man!" sollte beispielsweise Bärenfleisch zu Bärenkräften verhelfen. Schlangenfleisch verlieh angeblich die Fähigkeit, die Sprache der Tiere zu versehen und Lercheneier sollten aus Kindern gute Sänger machen. Allerdings mußte man aufpassen, dass beim Mahl nicht auch negative Kräfte übertragen wurden. Über verhextes Essen sollten Dämonen in den Körper eindringen können.
Besonders vorsichtig mußte man mit angebissenen Speisen und Essensresten sein. So hieß es, man solle kein Brot zurücklassen. Wenn dieses nämlich der Hund fresse, verliere man seinen Verstand. Essensreste konnten nach dem Volksglauben auch zum Mittel für Schadenszauber werden. Er traf dann denjenigen, der die Speisen übrig gelassen hatte. Heute noch geläufig ist die Vorstellung, daß man seinen Teller leer essen soll, damit das Wetter am folgenden Tag gut wird.
Nicht nur die mythologischen Helden wie Siegfried oder Herakles galten als gute Esser. Vielerorts war der Spruch bekannt: Nur wer viel isst, kann auch Besonderes leisten. Bei den Germanen hieß es gar, man dürfe nichts Wichtiges mit leerem Magen beginnen, weil sonst die geistigen und körperlichen Kräfte geschwächt seien. Apropos Germanen: Die warfen möglichst bei jedem Mahl einen Happen von jeder Speise ins Feuer. Ähnliche Opferhandlungen zum Essen gab es ebenfalls bei den Römern und in vielen anderen Kulturen.
Gemeinsam zu essen war früher eine Art heilige Handlung, die verbinden und verbrüdern konnte. Auch bei wichtigen Beratungen speiste man gesellig. In einigen Regionen sollte es zur Versöhnung beitragen, wenn zwei verfeindete Menschen zusammen aßen - und zwar möglichst mit einem einzigen Löffel. Anderorts mußten Braut und Bräutigam die Suppe aus einem Teller essen und dieses Mahl möglichst auch gleichzeitig beginnen und beenden, damit nicht einer der Eheleute früher sterben würde. Es gab aber auch die Vorstellung, daß zwei Leute, die von einem Teller essen, einander gram werden.
KStA (ela)
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Emmy








Jo, wenn ich esse, dann bin ich am Futtern und wehe, mir klaut einer den Löffel oder die Gabel! Dabnn kriegt er was auf die Pfoten! :D :D :D
vom 04.10.2008, 15.33