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Ausgewählter Beitrag
Lange Bank ...
lange Truhe. Wer etwas "auf die lange Bank schiebt", der lässt eine Angelegenheit, um die er sich eigentlich sofort kümmern sollte, lange liegen. Die Wendung bezieht sich auf eine frühere Gepflogenheit bei Gericht: Dort wurden die Akten nicht in Schränken, sondern in langen, bankähnlichen Truhen aufbewahrt. Was darin landete, blieb eine ganze Weile unerledigt. Die Akten indes, die auf dem Tisch des Richters lagen, wurden schneller bearbeitet.
Verwandt ist die Formulierung, "etwas auf die lange Truhe legen". Sie fand im Deutschen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Verbreitung. Besonders im Schweizerischen sind Aussprüche mit Bezug auf Truhen beliebt, die bei den Schweizern als "Chästli", "Trückli" oder "Trüggli" bezeichnet werden. Hier bedeutet etwa "wissen, wo's Chästli ist", dass man weiß, wo gute Dinge zu finden sind. Wer aussieht "wie us em Trückli", der sieht besonders gepflegt und gut gekleidet aus - so, als hätte er seine Kleidung "frisch aus der Truh" (Schrank, Kommode) genommen.
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