Chattys Kram
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Walpurgisnacht ...



Jedes Jahr in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai fliegen die Walpurgis- Hexen in der Walpurgisnacht auf Besen, Mistgabeln und Tieren als Fluggeräte aus allen Himmelsrichtungen herbei, um sich dann mit ihrem Herrn und Meister, dem Teufel, zu treffen und bis zum Morgengrauen ein rauschendes Fest zu feiern. Die Walpurgisnacht läutet den nordischen Sommer ein. Daher müssen die finsteren Gestalten rechtzeitig zum Morgengrauen verschwunden sein, um die Herrschaft an die Lichtgestalten abzugeben.

Die Hexen versammeln sich vor der Feier zunächst auf dem Hexentanzplatz bei Thale und fliegen dann gemeinsam zum Blocksberg, dem Brocken, um sich dort mit dem Teufel zu vermählen. Der Name "Blocksberg" gilt dabei als Synonym für den Handlungsort der Hexenfeier. Die Walpurgisfeier selbst geht bereits auf germanische Ursprünge zurück. Auf dem Brocken tanzen der Sage nach alle Hexen in einem großen Kreis ums Feuer und küssen anschließend dem Teufel den Hintern. Dann lassen Sie sich mit dem Teufel vermählen und empfangen von ihm neue Zauberkräfte.

Der Hexentanzplatz liegt in 450m Höhe und bietet einen schönen Blick ins nördliche Harzvorland. Er gilt als ein altsächsischer germanischer Kultort, an dem vor allem in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai Rituale abgehalten wurden. Auf dem Gelände gibt es heute einen Tierpark, eine Sommerrodelbahn, das Harzer Bergtheater und die 1901 erbaute Walpurgishalle.

Lange Nasen, fiese Masken, lodernde Flammen: Der beschauliche Harz erwacht in der Nacht zum 1. Mai  Es ist die Nacht, in der der Teufel mit den Hexen Orgien feiert. Für die Verehrung soll ihnen der Höllenvorsteher Zauberkräfte geschenkt haben.

Die Legende besagt, dass in der Nacht zum 1. Mai Hexen auf den Blocksberg - den Brocken - reiten, um den Teufel zu treffen. In nahezu jedem Ort in dem Mittelgebirge wird ausgelassen gefeiert - aus Tradition. Hexenbesen, Zauberhüte, lange Nasen und Teufelshörner sind Utensilien, die auf keiner Walpurgisfeier fehlen dürfen. Alt und Jung pflegen einen Brauch, der auf einen Volksglauben zurückgeht und den es in dieser Form nur im Harz gibt.

Die traditionell größten Feiern werden auf dem Hexentanzplatz in Thale stattfinden. Die Felsenklippe des Hexentanzplatzes, die mit 451 Metern die Roßtrappe um 48 Meter überragt, erlangte im Laufe des 19. Jahrhunderts ihre Popularität. Der Hexentanzplatz war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein altsächsischer germanischer Kultort, an dem vor allem in der Walpurgisnacht historische Rituale abgehalten wurden.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) verhalf dem sagenhaften Treiben auf dem 1142 Meter hohen Harzgipfel im "Faust" zum Ruhm. Viele sehen in den Feierlichkeiten auch die Vertreibung des Winters. "Die heidnischen Menschen haben ein Frühlingsfest gefeiert, weil sie Hunger und Kälte überstanden haben", sagt Harald Watzek, Leiter der Arbeitsgruppe Mythologie in Thale (Sachsen-Anhalt). Und Namensgeberin sei keine Hexe, sondern eine englische Nonne mit Namen Walburga. "Sie wurde an einem 1. Mai heiliggesprochen." Später vermischten sich heidnische Bräuche, christlicher Glaube und Goethes Dichtkunst zu dem, was heute die Walpurgisnacht ausmacht - ein Schmelztiegel aus Tradition und Moderne.

Von der Furcht um den Hexensabbat ist heute nichts mehr zu spüren. Vielmehr stehen ausgelassene Feierlichkeiten auf dem Programm. Der Harzer Verkehrsverband erwartet wie schon in den Vorjahren wieder mehr als 100.000 Gäste. Es gibt Konzerte, Theateraufführungen, viel Alkohol und nackte Haut. Den Kult der Vergangenheit als Ursprung der Feierlichkeiten kennt heute kaum jemand.

Walpurgisnacht, das Hexenfest schlechthin. Feste werden veranstaltet auf dem Brocken im Harz und auch anderswo. Gedichte gibt es darüber, zum Beispiel von Theodor Storm oder von Gustav Meyring. Felix Mendelssohn Bartholdy hat in seinem Opus 60 "Die erste Walpurgisnacht" musikalisch verarbeitet. Sagen ranken sich um diese Nacht, Goethe hat sie in seinem Faust verewigt ...

Aber wo kommt sie wirklich her, die Walpurgisnacht?

Die Nacht zum ersten Mai war unseren Vorfahren von besonderer Bedeutung. In dieser Nacht wurden Freudenfeuer entzündet, um den Frühling zu begrüßen. Im Harz versammelten sich die Menschen um diese Feuer, tanzten um sie und sprangen vor Freude durch die Flammen.

Besonders dort waren diese Feste sehr verbreitet (oder haben sich am längsten gehalten). Mit Beginn der dortigen Christianisierung (nach dem Sieg Karls des Großen über die Sachsen) wurden diese Feste verboten. Wer weiterhin die Feste in der alten Form feierte, wurde als dem Teufel hörig und als Hexe bezeichnet. Die Kirche verdammte jene und verbreitete das Gerücht, dass in dieser Nacht die Hexen ausflogen, um sich auf dem Blocksberg zu versammeln und dort auf die Ankunft des Teufels zu warten.

Der Ursprung des Hexenglaubens, wie er in der Walpurgisnacht dargestellt wird, geht nicht auf diese alten Feste und den Volksglauben zurück, sondern entstammt den Kirchenbüchern. Durch diese ist die Ansicht in der Bevölkerung vorgedrungen, dass Frauen mit medizinischen Kenntnissen mit dem Teufel im Bunde stünden.

Es war also die Kirche, die im Zuge der Inquisition immer schaurigere Geschichten erzählte, welches Unwesen, die von ihnen als Hexen bezeichneten, Frauen angeblich trieben.

Aber wie auch bei anderen heidnischen Feiertagen, die in der Bevölkerung stark verwurzelt waren, hat die Kirche dafür gesorgt, dass diese Feste in einem kirchlichen Fest aufgefangen wurde. Zum Beispiel ging das heidnische Julfest in Weihnachten auf und Ostara in Ostern. Der erste Mai wurde der Hl. Walpurga, der Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägde geweiht und so entstand der Name Walpurgisnacht. Selbstverständlich wurde der Hl. Wapurga von der Kirche nachgesagt, dass sie vor den Hexen schützen sollte.

Das Walpurgisnachtfest auf dem Brocken, wie es heute noch gefeiert wird, wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts, in Anlehnung an Goethes Faust eingeführt.

Natürlich gab es auch abergläubische Bräuche, mit denen sich die Menschen schützen wollten gegen die Hexen, die in dieser Nacht ihr Unwesen trieben:

Wenn in der Walpurgisnacht mit geweihten Glocken (also mit Kirchenglocken) geläutet wird, dann können die Hexen, die an den Kreuzungen ihre Tänze in Gegenwart des Teufels abhalten einem nichts anhaben.

Um sein Vieh und seine Häuser zu schützen wurde in dieser Nacht geweihtes Salz auf die Türschwellen der Ställe und Häuser gestreut. Aber auch das Aufhängen von Baldrian- und Dostzweigen an den Stallungen sollte verhindern, dass das Vieh verhext wurde, da man glaubte, das Hexen diesen Duft nicht leiden können.

Die Besen wurden in dieser Nacht mit dem Reisig nach oben aufgestellt. Oder aber wurden zwei gekreuzte Besen vor der Tür aufgestellt. Das galt als sicher Abwehr vor den Hexen. In manchen Gegenden war es üblich zur Hexenabwehr ein Messer ins Schlüsselloch zu stecken.

Mancherorts zogen die junge Männer peitschenknallend durch die Straßen, um besonders an den Kreuzungen, dafür zu sorgen, dass sich dort keine Hexen versammeln konnten.

Wer in der Walpurgisnacht einen Gundelrebenkranz trug (Gundermann oder Gundelrebe ist ein Kraut das überall wächst), erkannte angeblich alle Hexen!

Am 1. Mai ging niemand vor dem ersten Hahnenschrei oder vor dem Tagleuten aus dem Haus, man konnte ja nicht wissen, ob vielleicht doch noch irgendwo eine verspätete Hexe unterwegs sei.

Eine Bauernregel besagt: Ist die Hexennacht voll Regen, wird's ein Jahr mit reichlich Segen!

Wer wissen wollte, ob der Geliebte treu bleibt, der pflanzte in der Walpurgisnacht zwei Vergißmeinnicht auf einen Stein mit etwas Erde. Wuchsen die beiden Pflanzen aufeinander zu, so würde der Geliebte treu bleiben und eine Hochzeit bevorstehen.

Ein beliebter Brauch in der Walpurgisnacht war auch das Häckselstreuen. Bei diesem Streich wurden geheime Pfade der Liebe aufgedeckt, indem eine Häckselspur von dem einen Haus zum anderen gelegt wurde.

Nicht nur solche Späße waren in der Walpurgisnacht üblich. Die jungen Burschen nutzten die günstige Situation, dass sich alle hinter dem Ofen verkrochen gerne aus und verübten in dieser Nacht diverse Streiche. Im Hof vergessene Gerätschaften wurden gerne auf den Dachfirst oder einen hohen Baum gebracht. Oder sie fanden sich am nächsten Tag im Dorfbrunnen wieder. Die Bauern sahen also zu, dass sie ihre ganzen Gerätschaften gut verschlossen hielten in dieser Nacht. Oftmals konnten diese dann auch nur gegen Freibier wieder ausgelöst werden.

Auch heute besteht das Fest der Fruchtbarkeit und des Lebens weiter in den Maifeiern mit Tanz in den Mai und Maibäumen, frischen Birkenzweigen und ausgelassenen Feiern. Auch der Maibaum ist ein eindeutiges Fruchtbarkeitssymbol. Üblicherweise wird er in der Walpurgisnacht geschlagen und am 1. Mai aufgestellt.

Bei den Iren und Schotten wird das Fest Beltane gefeiert. Im alten keltischen Kalender ist Beltane der Beginn des Sommers, so wie Samhain (Halloween) der Beginn des Winters ist. Beltane ist nach dem Gott Baal benannt. Auch hier werden Feuer entzündet. Symbolisch wird dort Baal, Bel oder Baldur verbrannt. Die Häuser und Gärten werden üppig mit Blumen geschmückt.

Nickname 30.04.2009, 19.27

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Geneviève

Hab's grad gelesen: ja, doch, interessant! Meine Augen tun zwar ein wenig weh jetzt, aber es hat sich gelohnt ;-)
Liebe Grüsse aus der Schweiz!
Geneviève :antje:

vom 30.04.2009, 21.52
1. von Inge aus HH

Och nö liebe Chatty, das schaff ich nicht alles zu verpusemuckeln in meinem Kopf. Ich sag mal so: Du hast Recht - gilt das auch?
:klopp:

vom 30.04.2009, 21.22
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